Über Pfingsten in Hamburg

Hallo Neverlandrancher,

Monate vorher war es geplant und das letzte Wochenende war es dann endlich soweit: Über Pfingsten in die Hansestadt. Mehr als das Hotel zu Buchen haben wir allerdings nicht im Vorfeld geplant. Man hat über die eine oder andere Sehenswürdigkeit schon gehört, aber wann wir was in welcher Reihenfolge machen; keine Ahnung. Aber irgendwie hats am Ende dann doch geklappt. Was ich mit meinen Eltern erlebt habe, bekommt ihr nun hier zu lesen:

Tag 1:

Nachdem wir dann am Samstag Mittag nach knapp 5 Stunden Fahrt im Hotel eingecheckt haben, sind wir erst mal mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof gefahren; einfach mal ne Arschbombe in die City! Hätten wir auch tatsächlich machen können. Es regnete und regnete und hörte einfach nicht auf. Die Regenschirme haben gerade so ausgereicht. Am Bahnhof haben wir erst mal was gegessen. Mein Vorschlag “Mcces” wurde sofort abgelehnt und sind dann in ein richtiges Restaurant. Im Nachhinein ne gute Entscheidung, denn da haben wir hamburgische Vokabeln kennengelernt. Meine Mutter hat “Zuckerbier” mein Vater “was anständiges” und ich ne Fanta serviert bekommen. Einer muss ja nen klaren Kopf behalten. Das Essen war auch gut, also die “Bodega Nagel” kann ich nur empfehlen!

In der Stadt sind mir besonders die roten Mülleimer ins Auge gesprungen. Klingt komisch, ist es aber nicht. Denn darauf waren tolle Sprüche zu lesen:

  • Asche in mein Haupt
  • Gib mir den Rest
  • Annahmestelle!
  • Eine Mülde Gabe bitte
  • Hier ist die Raucherecke
  • Hast du mal ne Kippe
  • Schlag mir den Bauch voll
  • Herzlich Müllkommen
  • Das Dreckige muss ins Runde

um nur ein paar zu nennen. Ich finde, das sollte es in jeder Stadt geben.

Begleitet vom Regen, sind wir dann kurz über den Jungfernstieg in die Hafencity und wieder zurück. Wir sind einfach planlos rumgelaufen, ohne zu ahnen, dass wir an interessanten Orten vorbeigegangen sind, aber es war ok. Trotz Regen. Am Abend im Hotelzimmer habe mich endlich aufs Bett schmeißen können. Gucken geht ganz schön in die Beine. Beim Zappen durch den Fernseher bin ich dann auf den Countdown für den Eurovision Song Contest hängengeblieben. Moment! Der wird vom Spielbudenplatz übertragen. Das ist doch in Hamburg! Ich direkt zu meinen Eltern: “Gehn wir hin?”

Und keine Viertelstunde waren wir dann auf dem Weg zur Reeperbahn. Yeah! ESC Rudelgucken! Es war kalt, es hat geregnet, es war mir egal. Denn es war der ESC! Bis zur Punktevergabe haben wir uns immer weiter nach vorne gemogelt, bis wir im “zweiten Block” standen. Um GANZ nach vorne zur Bühne zu kommen, brauchte man ein rotes Bändchen. Aber irgendwann haben die Ordner die Sperre beseitigt. Macht sich wohl nicht so gut im TV; ein Menschenloch. Während der Punktevergabe, hat sich Lena auf die Bühne geschlichen, geschützt von ner dicken Jacke. Nachdem sie von den Technikern für die Schalte verkabelt wurde, hat sie uns für den wichtigen Moment eingestimmt. Hat ganz gut geklappt, wie man gesehen und gehört hat. Nur sie selber hat am Schluss gepatzt. Leider. Was während und nach der Schalte passierte, habe ich per Video hier festgehalten.

Meiner Meinung hat Dänemark verdient gewonnen, nur schade, dass Cascada so weit nach hinten durchgereicht wurde. Nach der Übertragung hat Lena noch ein Medley von “Satellite” und “Stardust” performt. Dann sind wir auch ins Hotel, während der Nachbericht abgehalten wurde. Der Regen wurde wieder stärker und wir mussten früh raus. Für morgen habe ich nämlich auf die Schnelle “was vorbereitet”.

Tag 2:

Nach dem Frühstück sind wir dann direkt und ohne Umwege zum Michel. Da es Pfingstsonntag war, war nur die Turmbesteigung möglich. Die Kirche selbst war mit Messen und ner Hochzeit quasi ausgebucht. Die Anzahl der Treppen war zwar weniger als die vom Kölner Dom, dafür steiler. Der Marsch hat sich gelohnt, denn der Ausblick war bombastisch. Und diese Aussicht hätte ich nach der Fahrt mit dem Aufzug nicht genossen. Es wäre sonst cheaten gewesen. Danach sind wir zur Hafencity für ne Hafenrundfahrt raus. Und welch Überraschung: kein Regen! Nur die Elbe wollte nicht, dass ich trocken bleibe. Bei der kleinen Rundfahrt sind wir auf ein Schiff mit einen seltsamen Namen angetroffen: “Borussia Dortmund”. Kein Scheiß. Zum Glück war das Vereinslogo nicht drauf. Es wurde gerade neu angestrichen. Ein Bursche hat den Arbeitern

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zugerufen: “Streich mal Bayern-Rot an!” Sehr sympathisch.

 

Nach dem Mittag dann kurz ins Hard Rock Cafe auf meinen Lieblingscocktail “Hurricane” und haben dann ganz tourimäßig ne Stadtrundfahrt mitgemacht. War aber super, trotz geschlossenem Verdeck. Die Gegend am Hafen kam uns recht vertraut vor; als hätte man das vor nem Tag oder so schon einmal gesehen. Ein kurzer Abstecher durch den alten Elbtunnel hat den Tag beendet. Für seine Zeit eine architektonische Meisterleistung wie ich finde.

Tag 3:

Am dritten und letzten Tag haben wir nur die Führung und die Museumsbesichtigung in der imtech Arena mitgemacht.

Beides vermittelt einem den Eindruck, dass der HSV und seine Fans sehr stark miteinander verwachsen sind. Beeindruckend war auch die Pokalsammlung. Die Victoria, 2 DFB-Pokale, drei Meisterschalen, der Europapokal der Landesmeister, um nur die Bekanntesten zu nennen. Es ist schon ein interessant eine halbbeschriebene Meisterschale:

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sowie einen sehr kleinen DFB-Pokal in echt zu bestaunen:

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Abschließend kann ich nur sagen, dass Hamburg auf jeden Fall eine Reise Wert ist. Dieses Wochenende war mit Sicherheit nicht mein Letztes. Kennt ihr noch Sehenswürdigkeiten, die man in Hamburg sehen muss?

 

geschrieben von d3nitz

Weekly Tweet Collection

  • Achievement unlocked. Einmal sagen: “ein Quarkbällchen auf die Hand” -11.Mai
  • Grade einen typen gesehen mit der Aufschrift auf seinem shirt: Nazis nehmen uns die Arbeitsplätze weg.. sehr geil :D -11.Mai
  • Ich muss dauernd vor Freude quietschen bei den Videos, die hier so eintrudeln :3 -7.Mai
  • Wow! für die erste Ausgabe haben wir definitiv schon 6 Neverlandreporter! :D -5.Mai
  • Ironman 3 gesehen, nachhause gekommen, burn after reading gesehen. -4.Mai
  • Uuuh, der @lefloid folgt mir!! Cooooooool -1.Mai

Die vier Spielarten der Apokalypse

Liebe Neverlandrancher,

ganz lange war ich nicht unter euch, jedenfalls nicht schreibenderweise. Kreatiefs (diese horrible Schreibweise spart eine Silbe, der Renner, oder?) Der Frühling rollt an, Vögelchen singen und ich verbringe meinen Tag überwiegend in einem Laden ohne Tageslicht. Die Wiederkehr des ewig Gleichen gleicht sich wieder an unser Leben an wie zwei verzweigte Adern, die schlussendlich neuerlich zusammenfinden. Bald gibts wieder Zecken und so, ganz harmonisch. Und um diese Harmonie gebührend zu untermauern, habe ich euch einen Text über den Weltuntergang mitgebracht.

Seit jeher ist der Mensch fasziniert von seinem Untergang. Oder von dem Untergang anderer, den er im Besitz eines Eimers Popcorn vergnügt auf dem heimischen Sofa betrachten kann. In den 90ern wurde dieses, unter anderen Umständen doch beängstigende Szenario, noch in fiktionalisierter Form aufbereitet. Wir wussten alle: Twister ist ein ganz gemeiner, hinterlistiger Tornado, der durchs Bild rauscht, wenn die Musik ihn ankündigt, aber es ist ja nur ein Film. Und von ihnen gab es hunderte. Tatsächlich gibt es sogar eine Internetseite, die sich ausschließlich mit cineastischen Erzeugnissen katastrophaler Art beschäftigt. (Und in diesem Zusammenhäng möchte ich katastrophal nicht nur inhaltlich verstanden wissen) Besonders schöne Ausgeburten menschlicher Fantasie: The Mall – Flutkatastrophe im Shopping Center (1998) oder Pandoras Clock – Killerviren an Bord der 747 (1996). Was klingt wie auf Film gebannte BILD-Zeitung scheint viele Menschen so einige Zeit ganz gebannt vor dem Fernseher und in den Kinos gefesselt zu haben.

Mittlerweile sind wir dazu übergegangen, Katastrophen in Form pseudo-wissenschaftlicher Dokumentationen darzubieten. Schluss mit lustig, das ist kein Film mehr, das ist ganz ganz bittere Realität! Nix mehr mit Popcorn und Wohlfühlfernsehen, während da am Bildschirm die Menschen dahingerafft werden. Jetzt kann es uns alle treffen. Jederzeit. Was ist, wenn Aliens auf die Erde kommen? Sind wir ausreichend vorbereitet? Wären wir gute Gastgeber? Kürzlich entdeckte ich eine solche Dokumentation auf unser aller Lieblingsapokalypsensender N24. Und dann beginne ich mich zu fragen, wie die Programmdirektoren wohl die Sendungen konzipieren.

“Ich finde, wir machen jetzt mal was mit Aliens.”
“Auch nicht schlecht. Letzte Woche hatte die Menschheit kein Wasser mehr.”
“Wir könnten es auch mit einer epischen Rückkehr der Dinosaurier probieren.”
“Oder Hitler auftauen.”
“Ne, wir müssen erst noch die 365 Dokumentationen aus Guido Knopps Nachlass senden, sonst steigt uns die Witwe auf’s Dach.”
“Ja, Aliens sind gut.”
“Außerirdische Illuminaten!”

Und so pokern sie stundenlang. Generieren im Internet so einen richtig fiesen Titel, der einem schon das Blut in den Adern gefrieren lässt, wenn man nur an ihn denkt. Man schaut den überarbeiteten Kollegen vor seinem Plastikeimer Espresso an und denkt plötzlich: Och, Zombies wären auch ideal. Wir sind so sehr damit beschäftigt, uns zu überlegen, welche unkontrollierbaren Katastrophen uns einmal zugrunde richten könnten, dass wir ganz übersehen, dass wir selbst diese Katastrophe sind. Wahrscheinlich dienen diese Dokumentationen auch genau diesem herrlichen Zweck der Verantwortungsentledigung. Das kommt so über einen, man kann das nicht beeinflussen. Was sollte man tun gegen Hitler, Dinosaurier, Zombies und Guido Knopp? Die apokalyptischen Reiter des 21.Jahrhunderts, ausgestattet mit Facebook-Profil und integriertem Like-Button am Ohrläppchen.

Habt ihr auch so Angst vor Aliens?

geschrieben von patchwork

2 x 2 Blickwinkel

Hallo Neverlandrancher,

Jedem ist bestimmt schon einmal eine Situation begegnet, die er mehr als einmal durchlebt hat. Vielleicht war das eine Situation, bei denen mehrere aber unterschiedliche Personen beteiligt waren. Oder die zweite Situation war ungefähr identisch, nur man hat diesmal den Part der anderen Person übernommen. Diese Art von déjà vus sind mir zwei Situationen in meinem Kopf hängen geblieben, die ich hier mal aufdröseln möchte:

1. Situation: Zur richtigen Zeit am falschen Ort

Der erste Blickwinkel zur ersten Situation fand in den späten 90ern statt, als noch Eiskugel 50 Pfennig gekostet haben. Ich war mit meiner ungefähr 7 Jahre älteren Cousine und meinem 2 Jahre älterem Cousin vor dem Haus meiner Oma am spielen. So gegen Abend waren da auf einmal drei Jungs, die so um die 14 Jahre alt sein könnten. Sie haben uns für einige Zeit beobachtet und miteinander getuschelt. Einer war eigentlich ein netter, der nicht so gerne darauf scharf war, jemanden grundlos zu provozieren oder Scheiße zu bauen. Die anderen beiden dagegen schon. Es waren zwei Chaoten mit einem frechen Mundwerk. Natürlich waren sie dann zwei nette Burschen, wenn eine Autoritätsperson anwesend war.

Irgendwann haben die uns aus der Ferne angesprochen. Leider weiß ich nicht mehr genau was es war, aber aus dem, was sich dann anbahnte, war es bestimmt nichts Nettes. Nach weiteren Wortgefechten haben sich die Fronten so sehr verhärtet, dass es an der Zeit war, sich miteinander zu kloppen. „Rangeln“, würde man heute sagen. Wie der Zufall es so wollte, wurde ich dann nach vorne geschubst, um den Anfang zu machen. Ich war da überhaupt nicht heiß drauf, im Gegenteil. Ich wusste noch nicht einmal weswegen ich jetzt einfach nach vorne gehen sollte. Meine Cousine hat mir vorher ins linke Ohr geflüstert, dass ich keine Bedenken haben soll, da die mir sowieso nichts antun werden. So dumm und naiv ich damals war, habe ich ihr geglaubt und bin langsam zur Mitte gegangen. Ich hatte zwar immer noch Schiss, aber mit den Worten meiner Cousine, die ich mir wieder und wieder einredete, war es auszuhalten. Nachdem sich die drei geeinigt haben, wer nach vorne gehen sollte, ging schließlich einer auf mich zu. Es war der, der nicht so scharf drauf war, Ärger anzuzetteln.

Der Showdown war perfekt. Die, mit der größten Schnauze waren hinten in Sicherheit, während sich die Memmen an der Front befanden. Wir haben uns einige Sekunden lang in die Augen gesehen. Nichts passierte. Plötzlich winkte der Typ ab und murmelte etwas wie „ach, das ist doch quatsch“ winkte ab, und ging wieder zu seinen „Freunden“. In dem Moment fingen seine „Freunde“ lauthals an zu lachen. Das er nicht den Mut habe und sowas in der Richtung. Ich war lediglich erleichtert. Meine Cousine behielt irgendwie Recht und schlenderte mit einem Lächeln über den „Sieg“ zurück.

So schnell, wie die Typen kamen, so schnell waren sie auch wieder verschwunden. Bevor sie Land gewannen, hat meine Cousine noch etwas hinterhergerufen. Bestimmt, dass sie sich von uns fern halten sollen oder so. Die Typen sind wir dann an dem Abend und sonst nicht mehr begegnet.

 

Was ich aber damals noch nicht wusste ist, das ich diese Situation noch einmal durchleben musste. Aber dieses Mal von der anderen Seite aus.

 

Es war irgendwann in den Frühlingsmonaten in den frühen 2000ern, als ich auf die örtliche Realschule ging. Für eine Eiskugel haben die Eisdielen glaub ich um die 0,70 Teuro verlangt. Am Nachmittag waren, ich nenn in mal Sebastian, und ich beim nennen wir ihn mal Marvin. Marvin wohnte etwas vom Ortsken weiter weg, also fast am Stadtrand. Nach einigen Runden wildem rumballern bei „GTA Vice City“ an der Playstation sind wir dann bei dem guten Wetter nach draußen gegangen. Wir haben Dinge getan, auf die heutzutage kein Teenager mehr kommen würde. Wir haben damit gespielt, was uns gerade in die Finger kam, haben aus Telefonzellen kostenlose Nummern angerufen und die Leute verarscht; was man halt früher so gemacht hat.

Irgendwann sind wir in das benachbarte Wohngebiet gekommen, wo drei Kinder fröhlich miteinander gespielt haben. Es waren ein Mädchen, das in unserem Alter hätte sein können und ihre zwei jüngeren Brüder. Marvin und Sebastian haben sich aus guter Entfernung über die Kinder lustig gemacht. Keine Ahnung wieso, sie spielten normal auf der Straße; also kein Grund irgendwas schlecht zu reden. Irgendwann hat die ältere Schwester uns bemerkt. Hin und wieder schaute sie zu uns rüber, um zu prüfen, was wir als nächstes vorhaben. Anscheinend waren wir ihr nicht ganz Geheuer. Irgendwann sprach Sebastian die Kinder an. Da ich den Wortlaut nicht ungefähr wiedergeben möchte und seine Bemerkungen so was von unter der Gürtellinie waren, möchte ich sie nicht in irgend einer Art erwähnen. Die ältere Schwester hämmerte ihm etwas zurück, doch Marvin hatte darauf eine passende Gegenantwort. So kam eins zum anderen und ehe ich mich versah, fand ich mich mit einem der jüngeren Brüder in der Straßenmitte wieder.

Schon auf dem Weg zur Mitte zählte ich eins und eins zusammen und ich hatte die Begegnung der Jungs vor einigen Jahren wieder auf dem Schirm. Ich wusste also ganz genau wie das enden wird. Nachdem ich mit dem Stöpsel einige Sekunden Blicke ausgetauscht habe, beugte ich mich zu ihm runter, streckte meine Zunge aus und ging verärgert über mich selbst wieder zur Marvin und Sebastian. Das mit der Zunge war ne Panikreaktion. Beide empfingen mich mit tosendem Gelächter. Während sich die beiden noch mit der Schwester „unterhielten“ drängte ich dann zum Abzug. Der Vorfall wurde zum Glück am nächsten Tag nicht in der Schule ausdiskutiert.

2. Situation – Am Gleis 2

Der erste Blickwinkel spielte sich zur Realschulzeit, also um das Jahr 2005. Das Eis wurde nicht billiger. Unsere Klasse kam gerade von einem Ausflug aus Krefeld zurück und haben im Bahnhof auf den Zug nach Kempen gewartet. Am Bahngleis haben wir uns noch kurz über den am nächsten Tag bevorstehenden Biotest ausgetauscht. Auf einer Bank mit den Biobüchern und Schreibheften in der Hand sind wir dann jedes Thema durchgegangen, wo wir uns noch unsicher gefühlt haben; also alle Themen.

Im Augenwinkel bemerkte ich einen ungefähr 30 Jahre jungen, modern gekleideten Mann, der auf uns Aufmerksam wurde. Ich hatte den Eindruck, dass er unsere Diskussion mithörte. Während wir uns so austauschten, jammerte ich vor mich hin: „Warum müssen wir uns diesen Scheiß eigentlich reinziehen? Später brauchen wir das für unseren Job doch sowieso nicht! Ich meine wer von uns wird sich nach 10 Jahren erinnern, was wir hier gerade lernen?“ Wie wir gerade feststellen, ich nicht. Meine Klassenkollegen stimmten mir zu, aber wir sollten diesen Fakt, dass wir es lernen mussten, einfach so hinnehmen. Insgeheim habe ich gehofft, dass sich der junge Mann zu meinem Gejammer etwas entgegensteuert. Doch er tat es nicht. Ich hatte aber den Eindruck, dass er etwas passendes zu sagen hatte, er sich aber nur nicht getraut hätte.

 

Wie auch in der Situation davor, werde ich den anderen Blickwinkel früher oder später übernehmen. Doch dieses Mal findet das Erlebnis am selben Bahnhof, am selben Gleis, wenn nicht sogar an der selben Stelle statt.

 

Es war glaub ich Sommer 2010. Nachdem ich meinen Abschluss in Informationstechnik am Berufskolleg Kempen gemacht habe, war ich auf Jobsuche. Dazu hatte ich einen Termin für so ne Art Eignungstest im Jobcenter Krefeld, obwohl Kempen auch eins hat!. Wie auch immer, nachdem ich dann durch war, wartete ich auf im Bahnhof einer Bank auf den Zug. Neben mir bemerkte ich Schulkinder, die wohl gerade für einen Biotest lernten. Ich horchte, so neugierig wie ich war, einfach mal mit.

Ich habe die Fachbegriffe, die sich wohl rund um unsere Venen und Arterien handelten, kaum etwas verstanden. Irgendwann jammerte auch hier einer der Kinder, warum sie das alles lernen mussten, und zählte die Themen auf, die sie sich gerade ins Hirn reingehämmert haben. Ich hatte, wie ich dachte, eine passende Antwort parat. Doch ich habe mich nicht getraut, sie anzusprechen. Ich hätte aber folgendes gesagt: „Ihr lernt das alles für euch, für eure Allgemeinbildung. Als ich damals Bio hatte, sind wir nicht so tief in das Thema Venen und Arterien reingegangen. Ist das nicht interessant zu wissen, wie der menschliche Körper so funktioniert? Ich finde schon.“ Irgendwann kam dann auch der Zug und wir sind gemeinsam eingestiegen. Ich habe mich aber nicht in der Nähe der Kiddies hingesetzt. Mein Blick war während der Fahrt nach draußen gerichtet und dachte über dieses déjà vu nach.

 

geschrieben von d3nitz

Neverlandnews mit euch! – Ausgabe no.1

Einsendeschluss für die Videos;Erste Ausgabe: Mittwoch, 08.05 ; wir haben schon 10/10

Einsendeschluss für die zweite Ausgabe: Mittwoch, 15.05; wir haben schon 7 / 10

Falls ihr Lust habt bei der ersten Ausgabe der aufgepimpten Version der Neverlandnews mitzumachen gilt folgendes:
# Denkt euch eine Rubrik aus
# schreibt euren Vorschlag an Neverlandnews@gmx.de , euer Datum BIS WANN ihr das Video fertig haben könnt und eurem Reporternamen (also, wie ich euch ansagen kann ;richtiger Name; Nickname; youtubename)
# nach meinem Okay, könnt ihr euren Beitrag drehen- bitte benutzt keine Urheberrechtlich geschützte Musik (ambesten keine, das mach ich) oder Bilder. Bleibt dabei unter 30 Sekunden – wenn ihr eine tolle Idee habt, dürft ihr auch gerne überziehen!

# Ladet euer Video auf Youtube hoch, setzt es auf “nicht gelistet” – schickt den Link zum Video  an Neverlandnews@gmx.de
Liebe Grüße,
Vegas

Weekly Tweet Collection

  • Habe unglaublich viel Schlaf getankt! Sitze nun in der sonne mit kaffee und orangensaft.. YOLO -28.Apr
  • “Roggen’ Roll” .. Chapeau, lieber Bäcker.. Chapeau! -26.Apr
  • nach Symbiose gesucht- dieses Bild gefunden - is echt noch zu früh -23.Apr

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  • Hab geträumt,dass mich Zombies im Wald angreifen.. und ich hab im Traum noch gedacht “warum müssen das bei mir immer Zombies sein?” -17.Apr
  • Grad von einer älteren Dame am U-Bahnhof gehört: “komm nich so nah ran – ick bin Bazille” -16.Apr

Star Trek Into Darkness Premiere

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Eindeutig: Nicht Benedict Cumberbatch macht der Crew der Enterprise das Leben schwer, es ist La Dolce Vegas. (Hier gerade beim Versuch auszubrechen.)

Das Fazit nach 129 Minuten im gemütlichen Kinosessel: Sehenswert. Für Trekkies und alle anderen. Tolle Effekte, klasse Regisseur, fantastischer Cast. Und ein Bösewicht mit hypnotisch tiefer Stimme.

Zu viele User zerstören das Internet!

Nun, der Titel ist vielleicht etwas übertrieben, denn was ich eigentlich meine ist dass zu viele User das Niveau einer Website deutlich senken können. Aber man will ja die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen. Dafür brauch man natürlich eine reißerische Überschrift, die die Vermutung nahe liegen lässt dass das Ende der Welt nicht mehr lange dauert. Genauso wie es manche Zeitungen heute machen.

Wer sich wie ich in unser heutigen, schnelllebigen Zeit über Twitter oder Facebook up to date hält, den fallen immer einige neue Phänomene und Webseiten auf, z.B. damals 9gag.com. Sah man anfangs auf dieser Seite noch ständig lustige, faszinierende oder einfach nur interessante Bilder, so findet man heute fast nur noch Schund, der teils unlustiger und sinnloser nicht sein könnte. Und warum? Ganz einfach weil die Seite zu populär wurde. Es gibt auf der Welt zu viele anspruchslose Menschen. Und überfluten diese erstmal eine Seite fällt das Niveau in den Keller. Das selbe ist mit Facebook passiert. Auch wenn die Inhalte die man auf Facebook zu sehen bekommt davon abhängen welche und wie viele Freunde man hat, und welche Inhalte diese dann teilen, so merkt man dennoch das Facebook mittlerweile zum Mekka der Vollidioten und Asozialen verkommen ist. Bei mir genügt es schon wenn ich auf die Profile der Freunde der Freunde meiner Freunde klicke. Und schon öffnet sich mir die Welt der Verblödung, wo Inhalte von Seiten namens „Lust auf DVD Abend? Neeee, aber Ficken wäre gut“ (siehe Link) geteilt werden, bei deren lesen ich den Drang unterdrücken muss, mir mit einem Facepalm mein Gesicht zu durchschlagen. Wie plump und anspruchslos muss man sein um so etwas belustigend zu finden? Noch ein Beispiel wäre YouTube. Je mehr Aufrufe ein Video hat, desto dümmer und unnötiger werden die Kommentare die man drunter liest. Es wird gespammt, gestritten und beleidigt. Das mag dann zwar auch an der Art des Videos liegen und welche Zielgruppe dieses erreichen soll, aber auffallend ist es dennoch.

Das einzige was man wohl tun kann um der Niveaulosigkeit Einhalt zu gebieten, ist seinen kleinen Beitrag zu leisten, relevante Inhalte zu posten, und andere damit inspirieren, auf das diese das gleiche tun. Menschen machen Menschen. Macht jemand einen schlechten Witz und ihr lacht nicht, wird dieser ihn kaum ein zweites mal erzählen.

geschrieben von Nemesis

Der Biber-Butzemann und das offene Fenster

Hallo Neverlandrancher,

Meine Stimmung wäre viel besser, wenn ich heute Morgen nicht vor die Tür gegangen wäre. Denn da draußen ist mir was passiert, was mir nicht noch einmal ein meinem Leben passieren wird. Vielleicht aber doch, nur anders. Die eine Sache am Montag auf jeden Fall nicht. Bestimmt nicht noch einmal in der Form. Aber alles der Reihe nach.

Am Montag in der Berufsschule habe ich nem Klassenkamerad bei Facebook „Butz“ als PM geschickt. Einfach so, ohne Hintergedanken und ohne über die darauf folgenden Konsequenzen nachzudenken. Was sollten schon schlimmes passieren? Außer einem „Butz dich selber“ oder ignorieren vielleicht. Aber es kam natürlich anders. Als Antwort bekam ich ganz ganz viele Buchstabenfetzen in Form von mehreren PMs. Jeder Scrabblespieler hätte vor Freude geweint. Als wäre das nicht schon genug an Spam gewesen, hat er auf meiner Pinnwand weitergemacht. Er kommentierte meinen letzten Pinnwandeintrag mit weiteren Scrabblesteinchen. Was habe ich nur getan? Oder anders gefragt: Was hat er zu sich genommen? Das Leute wegen einem „Butz“ einfach so die Kontrolle über sich verlieren und einen One-Man-Shitstorm hinlegen. Oder ich habe einfach seine Langeweile weggebombt. Man muss dazu sagen, dass wir uns alle in der Klasse so prima verstehen, dass man das eigentlich als „nette Geste“ interpretieren kann. Aus dem One-Man-Shitstorm ist leider nichts geworden. Natürlich machte das Ereignis die Runde und es schlossen sich weitere dem Online-Wett-Shitstormen an. Mein Handy brummte wie verrückt, als ich dann auch eine 50er SMS-Bombe und weitere Scrabblesteinchen per WhatsApp gesendet bekam. Es brummte so oft, dass am Ende des Schultags das Akku leer war. Zum Glück endete die „Datenflut“ so schnell, wie sie begann. 530 Kommentare haben sich auf meiner Pinnwand in 4 Stunden angesammelt. Nicht schlecht. Und die Lehrer behaupten, wir würden keine Leistung erbringen.

Und was ich am Ende daraus gelernt habe? Wenn ein Biber-Butzemann in unserem Kreis herumtanzt, lass ihn tanzen.

Und nun zu heute Morgen:

Anscheinend war ich nicht der Einzige mit der Idee, mein Auto zu waschen. War ja auch bis gestern eine sehr schöne sonnige Woche und mein XL Drahtesel musste dringend wieder unter die Dusche. Als ich auf das Gelände von Shell raufgefahren bin, hat sich schon eine lange Schlange vor der Waschanlage gebildet. Mit meiner Wasch – Sammeltreuedings – Karte, habe ich mir natürlich die teuerste Wäsche als Gratiswäsche gegönnt. Für zwei Jahre sammeln ist das nur fair. Als ich mich dann so in der Schlange gelangweilt und mir das Gedudel aus dem Radio angehört habe, hab ich mir gedacht, ich nutze die Wartezeit geschickt und mach schon mal den Innenraum mit meinem Autospray sauber. Gedacht, getan! Nachdem ich nach einiger Zeit den Chemiecocktail mit dem Geruch von grünem Apfel nicht mehr ertragen konnte, habe ich auf beiden Seiten die Scheiben runtergemacht. Nachdem ich mein Werk vollendet habe und mir es dann doch ein bisschen zu frisch wurde, habe ich dann nur die Fahrerscheibe hochgemacht. Nach einer gefühlten Länge von zwei Herr der Ringe Filmen, konnte ich endlich meinen Esel unter die Dusche stellen. Und natürlich, wie es auch kommen musste, ist es mir erst eingefallen, dass ich noch das Beifahrerfenster halb offen gelassen habe, nachdem ich auf den Start-Knopf gedrückt habe. Schöne scheiße. Ich habe gehofft, dass so viel Wasser nicht den Innenraum erreichen wird, habe das Fenster ja nur ein wenig offen gehabt. Aber es kam wie es kommen musste. Es war alles nass, was nass werden konnte! Im Getränkehalter stand sogar das Wasser. Ich habe nicht die Fassung verloren und musste sogar über meine eigene Blödheit lachen. Mit einem Grinsen habe ich dann mit dem Rest der mitgebrachten Küchenrolle alle nassen Stellen des Autos trockengerubbelt. Mit der gesparten Zeit in der Warteschlange war ich dann wohl auf plus minus 0. Als dann alles halbwegs trocken war musste ich feststellen, dass mein Auto von Innen noch nie so glänzte. Der Schokofleck auf meinem Sitz war auch weg. Der Beifahrersitz brauchte noch ein paar Tage, um komplett trocken zu werden. Nur noch kleine Schlieren im Rückspiegel erinnern an das Ereignis. Ich bin zu faul um das wegzumachen. Vielleicht sollte ich das wiederholen, wenn es wieder so weit ist. Spart eine menge Zeit, wenn man es sonst mit dem Spray macht. Aber dann tüte ich die Sitze ein.

Was für eine Woche…

geschrieben von d3nitz

Fantasie und Fiktion: Kind im Wald aufgeschlitzt

Hallo Neverlandrancher,

endlich ist es vollbracht! Meine zwei Wochen Projektarbeit sind endlich vorüber. Endlich kann ich mich wieder auf meine „normale“ Arbeit konzentrieren. Nicht mehr etwas unter vorgegebener Zeit programmieren und dokumentieren. Nicht, dass ich sowieso nicht unter Zeitdruck arbeite, aber bei meiner üblichen Arbeit kann ich selbst einschätzen, wie lange ich dafür brauche und gegebenenfalls Überstunden in Kauf nehmen. Bei meinem Abschlussprojekt hatte ich nur 70 Stunden zur Verfügung, in der ich alle fertig haben musste. Egal, ob ich mich am Anfang verschätzt hatte oder nicht. Aber wenn ich so auf die zwei Wochen zurückblicke, war das eigentlich doch angenehm. Ich konnte ohne Konsequenzen meine eingehenden E-Mails ignorieren und immer wenn jemand meine Unterstützung brauchte, hatte ich einen nachvollziehbaren Grund, ihn an jemand anderes weiterzuleiten. Denn schließlich ging es ja um meine Ausbildung. Der Teil, worauf mich die Prüfer in der mündlichen Prüfung mit Fragen bombardieren werden. Vorher muss ich aber mein Programm, mein Werkstück sozusagen, den Leuten am anderen Ende des Raumes präsentieren.

Das ist auch einer der Gründe, warum ich jetzt keinen neuen Text poste. Ich hatte in der Projekt kaum Zeit gefunden, mir neue Texte aus meinen Fingern zu saugen. Deshalb möchte ich Euch etwas aus meinem kleinen Archiv aus meiner Schulzeit präsentieren. Ihr kennt doch sicherlich das Gedicht vom Erlkönig: „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind“ mehr krieg ich nicht mehr zusammen. Jedenfalls mussten wir als Hausaufgabe eine Geschichte aus der Handlung schreiben. Einen Erlkönig 2.0 also. Ich habe mich für einen kleinen Zeitungsartikel entschieden. Und was da so drin stand, kommt jetzt (das war zu der Zeit, als ich CSI Miami regelmäßig geguckt habe):

Kind im Wald aufgeschlitzt

Am Samstag, den 29 Januar, um 9 Uhr im düsteren Wald in Kempen starb ein 9jähriges Kind an todesführenden Verletzungen im Bauch- und Nackenbereich. Als der 35jährige Vater mit seinem Sohn auf dem Pferd in den Kempener Wald ritten, trafen sie sich mit einem Mann (36) mit drei Töchtern (8-10) im Nebel. Der Mann der sich Erlkönig nannte, brachte den Knaben mit einen Dolchstoß in den Bauch und einen Genickbruch um, als der Knabe eines der Töchter sexuell anfasste. Der nun Jungenlose Vater ritt mit der Kindesleiche auf dem Rücken des Pferdes, ohne eine Mine zu verziehen, zu einem Hof, der den Jungen während des Ritts warm hielt. Am Tag danach fand man an der Stelle Blut und Fußabdrücke die vom Erlkönig stammen. Man hat ihn in einem Wirtshaus besoffen wieder gefunden. Er bestreitet die Tat, da er sich nicht mehr an letzte Nacht erinnern konnte. Man fand bei den Fußabdrücken, ein paar Meter weiter, drei Mädchenleichen, die genauso getötet wurden wie der Junge, schön aufgereiht in Blickrichtung eines Baumes. Der Erlkönig wurde zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

geschrieben von d3nitz